Die Geschichte des Werbeartikels

alter Laden für Tee aus Porto

Glaubt man diversen Quellen im Internet, wurde bereits in der Antike mit bemalten Tafeln Werbung gemacht. Man weiß auch, dass Toulouse-Lautréc Ende des 19. Jahrhunderts Plakate malte und dass Porzellane zum Gedenken an besondere Anlässe, wie beispielsweise gewonnene Schlachten, bereits im 18. Jahrhundert auf dem Markt waren. Doch wann genau wurde eigentlich das erste Mal ein Werbeartikel eingesetzt? Der Frage sind wir nachgegangen.

Amerika: Vorreiter in Sachen Werbung

Bei der Wahl von George Washington im Jahr 1789 (als hier in Europa die Französische Revolution begann), wurden in den USA zum ersten Mal nachweislich Werbeartikel eingesetzt und zwar in Form von Ansteckern. Eine entsprechende Industrie dazu gab es allerdings nicht. Die kam dort erst Ende des 19. Jahrhunderts. 1904 wurde dann der erste Verband der Werbeartikelindustrie mit dem Namen PPAI (Promotional Products Association International) gegründet, den es auch heute noch gibt und der weltweit mehr als 7500 Mitglieder hat. Bei der Gründung waren es gerade einmal 12 Werbeartikelfabrikanten, die sich zu diesem Verband zusammengeschlossen haben.

Deutschland startet später durch

Es dauerte, bis auch in Deutschland eine Werbeartikelindustrie entstehen konnte. Damals hieß Werbung noch Reklame und wurde noch wesentlich dezenter betrieben. Blechdosen für Kuchen, Schokolade oder Kaffee waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts besonders beliebt, wie der Klassiker „Kemm’sche Kuchen“ aus 1904 zeigt – eine Dose, die in diesem Design auch heute noch in den Supermarktregalen zu finden und als Beigabe den Werbeartikeln zuzurechnen ist. In den goldenen Zwanzigern ging die Wirtschaft bergauf und damit verstärkte sich auch die Werbung. In den Kinos wurden Werbefilme gezeigt, die Straßen wurden durch Plakate und Leuchtreklame bunter. Die Litfaß-Säule war in den Zwanzigern bereits 70 Jahre alt und hatte sich somit längst in den Städten etabliert. Doch zurück zu den Werbeartikeln. In den Zwanziger Jahren wurden im großen Stil Bierdeckel oder Streichhölzer mit Werbeaufdrucken benutzt und durch die Industrialisierung war es deutlich einfacher, die Massenproduktion an Bedruckungswünsche anzupassen. Doch es dauerte noch einige Zeit, bis sich tatsächlich eine Werbeindustrie entwickelte. Es kam der Zweite Weltkrieg und die Menschen hatten ganz andere Sorgen. Die heute größte Werbeartikelmesse Europas PSI eröffnete erst im Jahr 1962 ihre Pforten, damals noch auf Tapeziertischen und in kleinen Räumen. Heute sieht das schon ganz anders aus, denn allein bei der letzten Messe im Januar wurden mehr als 16.000 Besucher registriert.

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