Ist doch Logo: Bildmarken unterliegen Trends

Eine Marke, hundert Icons

Bei Mc Donalds verkündete ein grinsender Koch „I’m speedee“, Apple ließ Isaac Newton unter einem Apfelbaum sitzen und Google startete mit einem grünen „G“ im Schriftzug. Logos unterliegen Trends und schaut man sich heute die Anfänge vieler Weltmarken an, kommt man aus dem Schmunzeln nicht heraus. Alle Beispiele zeigen, dass gute Logos zwar einen klaren Wiedererkennungswert bieten, aber in ihrem Aussehen nicht zeitlos sind. Denn professionelles Design entwickelt sich in allen Bereichen des Marketings weiter.

Wurde früher noch mit kompletten Bildern und Zeichnungen gearbeitet, prägen heute einzelne Farben, Symbol und Schriftzug das Firmenlogo. Im Trend sind visuelle „Störungen“ wie beispielsweise das große „lb“ in Marlboro, die gelbe Ecke im „V“ von Visa und die horizontalen Streifen in „IBM“.

Ebenfalls gern eingesetzt werden 3D-Darstellungen, mit denen u.a. die Logos von UPS, Vodafone, AUDI oder VW im Laufe der Zeit ausgefeilter und hochwertiger wirkten.

Auffällig ist, dass kaum eine Weltmarke auf ihren Namen im Logo verzichtet. Schaut man sich die Top 20 der vom Marktforschungsinstitut Millward Brown ermittelten wertvollsten Marken der Welt an, arbeiten tatsächlich nur vier mit reinem Symbol: die Telekom, General Electric, Mc Donalds und Apple. Alle anderen – u.a. Amazon, UPS, Vodafone, Marlboro, Google und IBM – nutzen entweder den Schriftzug als Logo oder haben ihn in die Bildmarke integriert.

Von den vier genannten Firmen war General Electric die einzige, die von Beginn an ohne Firmenname im Logo auskam, wobei man fairerweise erwähnen sollte, dass auch das Apple-Ursprungslogo bereits im ersten Jahr geändert wurde. Bei beiden „namenlosen“ Logos fällt auf, dass sie im Laufe der Zeit nur minimal verändert wurden. So blieb General Electric immer beim verschnörkelten „GE“ im Kreis, während der Apple-Apfel lediglich seine Farbe, nicht aber Form und Größe änderte.

Mc Donalds dagegen trennte sich erst 2003 vom Firmennamen – zu einem Zeitpunkt, als das goldene „M“ bereits mehr als etabliert war. Auch die Telekom legte ihren Schriftzug erst 2010 mit Zusammenschluss von „T-Home“ und „T-Mobile“ zur Telekom Deutschland GmbH ab und machte diesen Schritt hinreichend bekannt.

Bei den vergleichweise jungen Social Media-Marken zeigt sich eine weitere spannende Entwicklung. So tragen Facebook und Twitter ihren Namen ebenfalls im Logo, doch dienen mittlerweile auch andere Symbole im World Wide Web als klare Erkennungszeichen der Marken. Bei Facebook beispielsweise ist das symbolische „f“ als Icon mittlerweile auf fast allen Webseiten verankert und der hochgehobene Daumen ist ebenso untrennbar mit der Plattform verbunden wie der Vogel mit Twitter.

Der altbekannte Spruch „Finger weg vom Logo“ ist damit vom Tisch. Denn Logos dürfen ebenso dem Zeitgeist angepasst werden wie Slogans. Dennoch sollten Veränderungen schrittweise passieren, damit Fans der liebgewonnenen Marke nicht womöglich Rückschlüsse auf Veränderungen im Angebot ziehen, oder das Logo nicht mehr mit dem Unternehmen in Verbindung bringen. Abenteuerlich könnte man in diesem Zusammenhang die Entwicklung bei Fiat bezeichnen. Sollten Sie sich spontan nicht an das Logo oder die Unternehmensfarbe erinnern, ist das kein Wunder. Denn das Logo wird alle paar Jahre komplett umgekrempelt – fester Bestandteil ist lediglich der Name, der aktuell auf rotem Hintergrund glänzt.

Eine witzige Übersicht über die bekanntesten Logos früher und heute liefert u.a. diese Website.

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